Familiengeschichte

Dorferwirt Wappen

LEBEN-WOHNEN-GENIESSEN

Erbhof „Dorferwirt“ in Oberau, seit 1685

Unser Traditionsgasthof hat eine sehr lange Geschichte und als Dorferwirt ist man nicht einfach nur Gastwirt, sondern auch Bauer, Familienmensch, Metzger, Senn,
geselliger Vereinsmensch und natürlich ein richtiger traditionsverbundener Tiroler.

Auszug aus dem Wappenbrief:

„Ich, Franz Prugger, Pfalzgraf der heiligen lateranischen Pfalz Comes Palatinus, belehne öffentlich mit diesem Brief, mit dem Recht, das mir die von Gott abgeleibte päpstliche Heiligkeit Innozenz der elfte (1611 bis 1689) verliehen hat, dass ich ehrliche und rödlich redliche) Personen, die ich dessen würdig erachte und der heiligen allgemeinen römisch-katholischen Kirche zugetan sind, ein Wappenzeichen mit Schild und Helm zu verleihen und ihn zum Lehensgenossen zu machen und so auch den ehrengeachteten Herren
Christian Schoner
Wirth und Gastgeb zu Dorf in der oberen Wiltschenau, der Herrschaft Rattenberg und erzfürstlichen Grafschaft Tyrol in die Zahl der Wappengenossen zu erheben und ihm folgendes Wappen verleihe:
nämlich ein weiß und silberfarbenes Schild, zuvörderst mit einem grünen Bühel, darauf ein aufsteigender, in Sprung befindlicher Steinbock, mit ausschlagender Zunge, darüber noch ein halber Steinbock zwischen zwey Büffelhörnern mit hintan fliegenden rothen und silberfarbenen Bändern geziert und umwunden.

Dieses Wappen haben auch zu führen seine ehelichen Leibserben und derselben Erbenserben, Manns- und Weibspersonen, auf ewige Weltzeiten in Geschäften zum Schimpf und Ernst, in Streit und Stürmen, Kämpfen, Gefechten und Panieren, Gezeltaufschlagen, Stempeln und Kleinoden und Gemälden, Gericht zu sitzen, Urteil zu schöpfen und Recht zu sprechen, gleich allen anderen Genoßleuten des heiligen römischen Reiches.
Wenn jedoch jemand anderer dieses Wappen unberechtigt führt, so verfällt er bey seiner päpstlichen Heiligkeit in schwere Ungnaden und wer dies freventlich täte, muss eine Strafe von 40 Mark lotigs-Gold, halbs an die heilige römische Reichskammer und halbs an mich, als Beleidigten zahlen.
Geschehen in der erzfürstlichen Tyrolischen Residenzstadt Innsbruck am dritten Tag des Monaths August nach Christ unseres Seeligmachers gnadenreicher Geburt im eintausend siebenhundert und andert Jahr. (3.August 1701)
Franz Prugger
Comes palatinus ob supra“

So weit ein kurzer Auszug aus dem lobenswert konservierten und bestens erhaltenen Wappenbrief des Dorferwirtes. Die Urkunde umfasst mehr als 800 Worte. Leider geht nicht daraus hervor, für welche besonderen Leistungen das Wappen verliehen wurde. Der Dorferwirt ist damit die einzige Wildschönauer Familie, die in ununterbrochenem geradem Mannesstamm und im gleichen Hause, ein so ehrendes Wappen nachweisen kann.
In früherer Zeit hatten ja besonders oft die Wirte führende Stellungen im öffentlichen Leben, man stelle sich hier nur das Jahr 1809 vor. In den Schützenlisten der Chronik der Wildschönauer Scharfschützenkompanie scheint etliche Male ein Gabriel Schoner, Korporal und Fähnrich, Gastgeb zu Dorf und seine Brüder Anton, welcher Feldwebel bei den Schützen war und ein Andrä und Michael Schoner auf.
Gabriel Schoner wurde nach der Niederlage Tirols in das bayrische Herr gepresst und wurde am 21. Oktober 1812 in Russland vermisst.

Beim Dorferwirt konzentrierten man sich schon immer auf die Landwirtschaftlichen Einrichtungen. Ök.-Rat Schoner Andrä V. war Bürgermeister, Vizepräsident des Tiroler Haflingerzuchtverbandes, Obmann der Raiffeisenkasse, des Fleckviehzuchtverbandes und des Naturbrandschadenvereins Wildschönau. Schon in der nationalsozialistischen Zeit wurde Schoner benötigt 1944 das Bürgermeisteramt zu übernehmen, welches er mit einigen Jahren Unterbrechung nach 1945 nun ab 1950 durch insgesamt 27 Jahre in friedlicher und verständnisvoller Weise führt. Er war Träger des Verdienstkreuzes des Landes Tirol und Ehrenbürger von Wildschönau.
So haben sich Rechtschaffenheit, Sinn und Eignung für öffentlich Ämter und Aufgaben durch alle Geschlechter her beim Dorferwirt fortgesetzt zum Wohle der Bevölkerung und des ganzen Tales.

Ahnenreihe

Christian Schoner

(geschrieben Schander), geb. 01.Dez. 1619, hat mit seiner Ehewürthin Eva, geb. Hausberger am 25. Okt. 1685 den Hof von Georg Schöllhorn gekauft. Christian Schoner erhielt als Wirt und Gastgeb in der Oberwildschönau am 03. August 1701 vom lateranensischen Pfalzgrafen Brugger den Wappenbrief.

Johann Schoner

geb. 1719 und gest. 1737 erhielt den Hof als Sechsjähriger am 15. Jänner 1725 überschrieben

Gabriel Schoner

Lebensdaten nicht verzeichnet, übernimmt am 24. März 1750 den Hof. Er ist Corponal und „Fendrich“ bei den Wildschönauer Scharfschützen 1809.

Michael Schoner

gelebt von 1759 bis 1809, übernimmt am 09 Feber 1791. Er war 1796 mit den Wildschönauer Schützen in Südtirol.

Josef Schoner

geb. 11.Okt. 1773 und gest. 22. Dez. 1808, übernimmt am 18 Juni 1801.

Andrä Schoner I.

geb. 30. Juni 1775 und gest. 26. Juli 1847, übernimmt mit Consens des bairischen Amtsgericht dam 23. Jänner 1810.

Andrä Schoner II.

geb. 21. Jan. 1816 und gest. 05. Juni 1859,übernimmt am 16. Sept. 1847

Andrä Schoner III.

geb. 23. März 1853 und gest. 06. April 1904, übernimmt am 21. Juni 1859

Andrä Schoner IV.

geb. 01. April 1878 und gest. 09. April 1918, übernimmt am 16. Sept. 1904

5 Geschwister Schoner

übernehmen am 29. Juli 1918

Andrä Schoner V.

geb. 17. Sep. 1909 gest. 17. Juni 1987 , übernimmt am 28. Okt. 1934. Seine Ehefrau ist Katharina geb. Fill von Hollried in Auffach. Im Jahre 1936 erhält der Hof den Erbhofbrief. Er war langjähriger Bürgermeister.

Andrä Schoner (Andi) VI.

geb. 11. Mai 1940 und gest. 18. Okt 2001, übernimmt 1987 mit seiner Ehefrau Eva geb. Schuster aus Kitzbühel. Gründungsmitglied und langjähriger Schützenhauptmann (1965 bis zu seinem Tode). Er war beim Wildschönauer Männerchor und bei der freiwilligen Feuerwehr.

Andre Schoner VII.

geb 02. Aug. 1968, führt mit seiner Ehefrau Erika geb. Gwiggner aus Oberau den Familiebetrieb weiter. Andre ist auch ein Vereinsmensch und aktives Mitglied der Scharfschützenkompanie und der FF-Oberau.

Andreas Schoner (Annal) VIII.

geb. 18. April 1994, Jungwirt. Zur Zeit arbeitet er im Familienbetrieb mit. Annal ist aktives Mitglied FF-Oberau.